Michael Hudson und Bill Mitchell zu Biden’s Klimapolitik

„Der Kunst eines US-amerikanischen Politikers ist es, die Wähler dazu zu bringen, ihn zu wählen, damit er sie anschließend den Interessen seiner Geldgeber ausliefern kann.“

Das sagte der Ökonom Michael Hudson, Autor des Buches Superimperialism, im Interview mit George Galloway und dessen Frau Gaytari. Das Thema wird ab ca. Minute 7 besprochen, aber das ganze Interview ist nicht uninteressant (Hudson ist übrigens Trotskys Patensohn).

Für die USA bedeute dies mehr Genehmigungen für off-shore Öl-Bohrungen, Fracking und Kohleabbau, für Europa solle es nach Wunsch der USA bedeuten, weniger Gas aus Russland, mit vergleichsweise niedrigerem CO2 Gehalt, statt dessen mehr Fracking Flüssig-Gas und Öl aus den USA mit höherem CO2 Gehalt. Die Umweltschützer bekämen nichts.

Und Bill Mitchell schrieb heute in seinem Blogbeitrag The financial markets should be kept away from the climate crisis solution, dass klar geworden sei, wie sehr die Welt in Schwierigkeiten stecke, als die US-amerikanische Finanzministerin Janet Yellen auf der COP26 folgendes sagte: Weiterlesen

Macht das Sinn?

Laut dem Ökonomen und Historiker Michael Hudson befinden wir uns nicht an einem Punkt einer langen Reihe von Entwicklungsstufen des Kapitalismus, sondern dieser ist selbst unter die Räuber gefallen: vereinnahmt durch die militärische US-amerikanische Staatsmaschine, in die ein Großteil der amerikanischen Gesellschaft bis hin zur Arbeiterin in der Rüstungsindustrie verstrickt ist, und den mit dem Staatsapparat verwobenen Finanz-/Immobilien-/Versicherungssektor, der die Welt finanziell unterwirft. Weiterlesen

10 Thesen zur Klimapolitik

Nachdem wir schon einen Corona-Diskussions-Thread haben, möchte ich hier nun einen Klima-Diskussions-Thread starten und würde mich über Diskussionsbeiträge und Quellenhinweise freuen. Man könnte an unserem Beitrag sicherlich die Politik der Parteien messen.

1. Die anthropogene globale Erderhitzung ist real und bedrohlich.

Sie verändert dramatisch das Leben aller Menschen auf der Welt wirtschaftlich, ökologisch, politisch und militärisch, unabhängig von dem politischen oder wirtschaftlichen System, in dem sie leben. Sie verursacht eine Zivilisationskrise.

2. Klimapolitik muss Gerechtigkeitspolitik sein.

Die UN hat mit den 17 Nachhaltigkeitszielen formuliert, wie ein gutes Leben für alle Menschen im Einklang mit den natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde aussehen kann. Versuche den Planeten zu retten, ohne den auf ihm lebenden Menschen eine Perspektive zu bieten und ohne Berücksichtigung der ökologischen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur führt zu chaotischen Verhältnissen, die der Planet sicher überleben wird, aber nur ein kleiner Teil der Menschen auf ihm. Weiterlesen

Russland und der Klimaschutz

Ausschnitt aus Putins Rede auf dem 24. Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg am 4. Juni 2021:

Wie ich bereits gesagt habe, muss die internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung der sozioökonomischen Folgen der Pandemie eine entscheidende Rolle spielen. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Kräfte bündeln angesichts gemeinsamer, systemischer, langfristiger Herausforderungen, die nicht von der Marktlage oder politischen Auseinandersetzungen und Konstellationen abhängen, sondern die Zukunft ganzer Gesellschaften entscheidend bestimmen.

Wovon spreche ich jetzt? Worauf beziehe ich mich? In erster Linie geht es um den Klimaschutz. Wissenschaftler schätzen, dass sich durch menschliches Wirtschaften über 2 Billionen Tonnen an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre angesammelt haben. Jedes Jahr steigt die Menge um 50 Milliarden Tonnen, wodurch sich der Planet allmählich aufheizt.

Ich höre oft, dass Russland nicht so sehr an der Lösung der globalen Umweltprobleme interessiert ist. Ich kann sagen, dass dies Unsinn, ein Mythos und manchmal sogar eine völlige Verzerrung ist.

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