Oft fragt man sich, wie es dazu kommt, dass der Medien-Mainstream häufig als gleichgeschaltet erscheint und von bestimmten Meinungskorridoren Abweichendes keine Chance auf Veröffentlichung hat. Schließlich gibt es niemanden, der direkt diktiert, was zu schreiben ist. Meiner Erfahrung nach entwickeln die Redakteure ein feines Gespür für das, was geht, und was nicht, und lektorieren entsprechend.
Eigentlich müsste es möglich sein, als Autorin einseitig zu schreiben, besonders als Antwort auf wahrgenommene andere Einseitigkeiten. Durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist darüber hinaus fast alles, auch der größte Quatsch und beispielweise Pro-Russisches (das aber sanktioniert wird). Das verantwortet man als Autorin selbst.
Eine Publikation indessen, auch eine, die sich die Ausweitung enger Meinungskorridore auf die Fahne geschrieben hat, muss natürlich auf journalistische Qualitätsstandards achten, um seriös zu sein. Aber bis wann wird zur Einhaltung von Qualitätsstandards und zur Vermeidung von Verkürzungen oder zu einseitigen Darstellungen lektoriert, und wann beginnt die Abschwächung oder sogar Zensur von vom Mainstream abweichenden Sichtweisen? Damit musste ich mich in der Vergangenheit immer wieder auseinandersetzen. Ich habe dabei viel gelernt und meine Schreibweise verbessert; allerdings musste ich auch klarer definieren, was ich eigentlich sagen möchte und was meine spezifische Schreibweise ausmacht und ausmachen soll.
Hier ein anschauliches Beispiel zum Text Der Iran-Krieg mit Carl von Clausewitz. Teil 2: Die äußerste Anwendung von Gewalt. Weiterlesen
