Politische Orientierung (2 – Wendezeit)

Noch einmal zurück in die Wendezeit

Was sechs Lebensgeschichten über politische Orientierung erzählen können

Vier dieser Lebensgeschichten haben wir bereits untersucht.KI Damals ging es darum, wie Menschen den Zusammenbruch der DDR und die deutsche Vereinigung in ihrem Alltag bewältigten.

Diesmal interessiert eine andere Frage. Die sechs Menschen hatten sehr unterschiedliche politische Ausgangspunkte und gingen sehr unterschiedlich durch die Transformation. Manche gewannen neue Möglichkeiten, andere verloren Arbeit und Sicherheit.

Doch bei fünf von ihnen ist am Ende eine deutliche Distanz zu den entstandenen Verhältnissen zu erkennen.

Warum?

Die Antwort scheint weder einfach in ihrer früheren Haltung zur DDR noch darin zu liegen, ob sie persönlich zu Gewinnern oder Verlierern der Transformation gehörten.

→ Sechs Menschen, ihre Geschichten — und die Suche nach einer Erklärung

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Politische Orientierung (1 – Wendezeit)

Vier Leben in der Transformation

Ostdeutsche Situationsvorstellungen und ihre gesellschaftlichen Bedingungen im Realitätscheck

Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist die wachsende Popularität rechtspopulistischer Parteien. Besonders erklärungsbedürftig erscheint, dass rechtspopulistische Angebote inzwischen auch Menschen und soziale Milieus erreichen, die traditionell eher sozialdemokratisch, gewerkschaftlich oder anders links orientiert waren.

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Paradigmenwechsel

Hier ein weiteres Kapitel aus meinem geplanten Opus:

Als 68er waren wir nicht die erste Generation, die der Faszination des Marxismus erlagen. Das Versprechen war, im Gesamtzusammenhang verstehen zu können, was die Welt im Innersten zusammenhält: Die Menschwerdung durch Arbeit, die Entwicklung der Mensch-Natur-Beziehungen, der Beziehungen der Menschen zueinander und der kulturellen und politischen Verhältnisse im Zusammenhang mit den Produktionsverhältnissen im Laufe der Geschichte, die Ungleichheit, die Ungerechtigkeiten und die Kämpfe. Die konkrete Utopie. Und was zu tun ist, um dorthin zu gelangen.

Gräber/Wengrow1 zeigen an archäologischen Funden, wie viel komplexer das alles im Vergleich dazu ist, wie wir es beim Marx/Engels Studium gelernt bzw. verstanden haben. Denn vermutlich hätten die beiden – konfrontiert mit der Faktenlage – alles viel differenzierter gesehen. Weiterlesen