Der Iran-Krieg mit Carl von Clausewitz. Teil 2: Die äußerste Anwendung von Gewalt

Der erste Teil dieses Beitrages beschäftigte sich mit dem hinter „dem Akt der Gewalt“ des Iran-Kriegs stehenden „politischen Willen“. Lesen sie nun wie im Krieg „zwei lebendig Kräfte gegeneinander“ stoßen, gekennzeichnet durch die jeweilige „Größe der vorhandenen Mittel“ und ihre „Stärke der Willenskraft“. (Carl von Clausewitz)

Die Entwaffnung oder das Niederwerfen des Feindes, wie man es nennen will, [muß] immer das Ziel des kriegerischen Aktes sein.“ – Carl von Clausewitz

Am 28. Februar 2026 eröffneten die USA und Israel mit massiven Luftangriffen ihre Operationen „Epic Fury“ und „Roaring Lion“ gegen den Iran. Das Staatsoberhaupt Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Führungspersönlichkeiten wurden getötet, Raketenstellungen, Polizeistationen und sogar eine Schule bombardiert. US-Präsident Donald Trump erklärte, man werde „verhindern, dass diese sehr böse, radikale Diktatur Amerika […] bedroht“, ihre Raketen zerstören, die „terroristischen Stellvertreter“ neutralisieren und sicherstellen, „dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen kommt“. Dazu Kriegsminister Pete Hegseth: „Tod und Zerstörung vom Himmel den ganzen Tag lang. Das sollte nie ein fairer Kampf sein, und es ist kein fairer Kampf. Wir schlagen auf sie ein, während sie am Boden liegen, und genau so sollte es auch sein.“ Weiterlesen

Frühstück der Autokraten Teil 2

Mein Artikel „Frühstück der Autokraten“ über das jüngste Treffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) sollte ein Zweiteiler werden. Nachdem klar ist, dass er nur auf unserem Blog veröffentlicht wird, fehlt mir die Motivation, den zweiten Teil professionell auszuarbeiten. Aber die wesentlichen Inhalte sollen doch hier einmal festgehalten werden. Denn was sich dort tut, wird in den westlichen Medien kaum zur Kenntnis genommen. Wenn es zur Kenntnis genommen wurde, dann nur mit einem besonderen Framing, das zeigen sollte, wie isoliert Putin ist. Dem habe ich im ersten Teil einige O-Töne entgegengehalten, die zeigen sollten, dass es gute Gründe gibt, das zu bezweifeln.

Wer die Entwicklung ernst nimmt, ist der Neocon Robert Kagan, der darüber ein Buch geschrieben hat (The Return of History and the End of Dreams). Er beobachtet die Geschehnisse im asiatischen Raum mit Sorge. Denn es zeige sich, dass wirtschaftliche Entwicklung nicht automatisch zu liberal-demokratischen Systemen führe, wie man im Westen bisher angenommen habe. Seine These, dass wir uns in einem Zeitalter der Auseinandersetzung zwischen Autokratien und Demokratien befinden, ist ja inzwischen als offizielles Framing mainstream und auch Teil der NATO-Strategie 2022.

Aber was tut sich wirklich und wie sehen denn die Beteiligten selbst ihre Politik? Weiterlesen